Verlagshaus Rudolf Mosse

Der Verleger Rudolf Mosse, der 1871 das „Berliner Tageblatt“ gründete, ließ sich im sogenannten Zeitungsviertel in Berlin Mitte von Cremer & Wolffenstein 1901-03 ein Verlagshaus errichten. Während des Spartakusaufstandes wurde das Haus besonders an der Straßenecke schwer beschädigt. Mosses Schwiegersohn Hans Lachmann-Mosse beauftragte Erich Mendelsohn mit dem Um- und Erweiterungsbau. Mendelsohn hob den Neubau durch eine horizontale Ausrichtung, die abgerundete Ecke mit weit vorkragendem Baldachin, Fensterbänder und die Staffelgeschosse vom Altbau ab. Der keilartig eingefügte Neubau überragt den Altbau um zwei bis drei Geschosse. Die dadurch entstandene bugartige Ecksituation veranlasste die Zeitgenossen zum Vergleich des Verlagshauses mit der „Einfahrt der Mauretania in den Berliner Westhafen“.
In den 1960er Jahren wurde das kriegszerstörte Gebäude vereinfacht wiederaufgebaut. Erst im Zuge der Rekonstruktion des Verlagshauses 1995 konnte die von Mendelsohn errichtete Ecksituation wieder annähernd hergestellt werden.