Schuhfabrik Guiard
In den Jahren 1924 und 1925 bauten Arthur Korn & Siegfried Weitzmann für den Fabrikanten Hermann Guiard eine Schuhfabrik im Stil des Neuen Bauens. Es war der erste Industriebau der beiden Architekten. Der Bau bestand innen aus 4 Werkhallen. In einem flachen Seitenflügel war die Verwaltung untergebracht. Dieses Fabrikgebäude war die letzte Schuhfabrik die in Burg gebaut wurde. Über den Fabrikanten Hermann Guiard ist wenig bekannt. Als Eigentümer wird er in den Grundbüchern bis 1937 geführt. An der Stirnseite des Fabrikgebäudes ist noch schemenhaft die Werbeaufschrift GUIARD zu sehen. Heute befindet sich u.a. eine Berufsschule im Gebäude.
Die Stadt Burg bei Magdeburg entwickelte sich im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einem der größten und somit ältesten Schuhgroßbetriebe in Europa. 1883 gründete Conrad Tack in Burg eine mechanische Schuhfabrik. Bis zur Jahrhundertwende wurde die Schuhfabrik zur bedeutendsten in Deutschland. Der jüdische Ledergroßhändler Wilhelm Krojanker belieferte von Berlin aus als Hauptlieferant die Schuhfabrik. Conrad Tack verkaufte 1905 die Schuhfabrik an Wilhelm Krojanker und dessen Schwager Alfred Zweig. In den folgenden Jahren expandierte die Schuhfabrik weiter. In die Firma traten Krojankers Söhne Hermann und Gustav in den 10er bzw. 20er Jahren ein. Gustav Krojanker wurde technischer Direktor. Er liess sich 1925 von Korn & Weizmann ein Wohnhaus in der Innenstadt von Burg bauen.
