Deutschlandhaus Hamburg
Mit dem Deutschlandhaus in Hamburg, entworfen von den Architekten Fritz Block und Ernst Hochfeld, steht ein weiterer Bau deutschsprachiger jüdischer Architekten auf der Liste der vom Abriss bedrohten Bauten. Das einzigartige, im Stile der Neuen Sachlichkeit errichtete Geschäftshaus gehört nicht nur zu Block & Hochfelds wichtigsten Entwürfen, sondern ist auch ein wichtiges Beispiel für Hamburgs Architekturgeschichte der Zwanziger Jahre.
Das am Gänsemarkt errichtete U-förmige Gebäude sticht durch geschwungene Ecken, horizontale Fensterbänder und Staffelgeschosse unter den für Hamburg typischen Kontorhäusern heraus. Der Stahlskelettbau mit Klinkerverblendung gehörte nach seiner Fertigstellung 1929 zu den modernsten Bauten der Hansestadt. Neben dem UFA-Palast, einem Großkino mit 2700 Plätzen, gab es im Deutschlandhaus Büros, ein Warenhaus, Läden und Restaurants.
In den Siebziger Jahren wurde der Bau totalsaniert, Grund dafür, dass er nicht auf der Denkmalliste steht. Doch seine städtebauliche Bedeutung zusammen mit der benachbarten Finanzbehörde von Fritz Schumacher und die Erinnerung an das Architekturbüro Block & Hochfeld sind Grund genug, das Deutschlandhaus als kulturelles Erbe zu bewahren.
Literatur:
Roland Jaeger/ Jörg Schilling: Das Deutschlandhaus 1929–2019, Schaff-Verlag, Hamburg 2018 (=Hamburger Bauheft 25)
ISBN 978-3-944405-40-7
