Kasel, Gustav

geb. 1883 Trier – 1951 Jerusalem gest.

Nach einer Ausbildung zum Maurermeister studierte Gustav Kasel Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt sowie in Frankfurt bei Ernst May. Seit 1912 arbeitete er als selbständiger Architekt in Trier, ab 1919 in Partnerschaft mit Johann Prior. Mit seinem gut gehenden Büro führte er zahlreiche Aufträge für Geschäftshäuser und Wohnungsbauten im Stil der Moderne in Trier, Wittlich und Umgebung aus, entwarf aber auch Pläne für die Neugestaltung von historischen Plätzen in Trier. Ein wichtiger Auftrag für Kasel, der sich auch in der SPD engagierte, war die 1931 abgeschlossene Restaurierung und Rekonstruktion des Geburtshauses von Karl Marx in der Trierer Brückenstraße. Nach anhaltenden Boykott- und Hetzmaßnahmen entschloss sich Kasel mit seiner Familie Ende 1933 zur Emigration nach Palästina, wo er zunächst bei der Jewish Agency, später in der Stadtverwaltung Jerusalems als Architekt arbeitete. 1950 besuchte Kasel mit seiner Familie erneut Trier und übergab dabei Materialien zum Geburtshaus von Karl Marx, die im Stadtarchiv Trier verwahrt werden.

Wir danken Franz-Josef Schmit, Wittlich, für die umfangreichen Hinweise und Materialien zu Gustav Kasel.