Frommer, Marie

geb. 1890 Warschau – 1976 New York gest.

Marie Frommer war die erste Architektin in Deutschland, die einen Doktortitel erwarb.
Geboren am 17. März 1890 in Warschau, wuchs Marie. Frommer in Leipzig auf. Nach dem Abitur erwarb sie ein Diplom als Lehrerin für Sprachen. Im November 1911 immatrikulierte sie sich im Fach Architektur an der Königlichen Technischen Hochschule Berlin und erhielt im Juni 1916 ihr Diplom. Nach einigen Jahren Berufspraxis in Privatbüros im In- und Ausland eröffnete sie 1925 ihr eigenes Architekturbüro in Berlin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag im Umbau von Läden, Geschäftshäusern und einem Hotel inklusive deren Inneneinrichtung, die in der Fach- und Frauenpresse Beachtung fand. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurde sie 1933 aus dem Bund Deutscher Architekten ausgeschlossen. Im Herbst 1936 emigrierte sie nach England und nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 in die USA. Erst 1946 erhielt Marie Frommer nach Ablegung der geforderten Examina die Zulassung als „licensed architect“ im Staat New York, die ihr nach zehnjähriger Exilzeit im Alter von 56 Jahren wieder die Arbeit als selbständige Architektin ermöglichte. Marie Frommer starb am 16. November 1976 in New York.

 

Literatur:
Marie Frommer. Projekte zwischen Berlin und Exil in New York, in: Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf. Begleitbuch zur Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt/Main vom 30. September 2017 bis 9. März 2018, hrsg. v. Mary Pepchinski, Christina Budde, Wolfgang Voigt, Peter Cachola Schmal, Tübingen: Wasmuth, 2017, 141–145.