Gutkind, Erwin
geb. 1866 Berlin – 1968 Philadephia gest.
Erwin Gutkind studierte an der TH Charlottenburg Architektur und promovierte dort 1914. Nach einigen Jahren im Regierungsdienst machte er sich 1923 selbständig und war bis 1933 erfolgreicher Architekt mit zahlreichen Wohnungsbauprojekten u.a. in Reinickendorf, Pankow, Tempelhof sowie mit der vielbeachteten Doppelhaussiedlung „Neu-Jerusalem“ in Staaken. 1933 wurde Gutkind zur Emigration nach Paris und dann nach London gezwungen, wo er nicht wieder an seine Tätigkeit als Architekt anknüpfen konnte. Seine Mutter und seine Frau wurden deportiert und kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Nach Tätigkeiten als Planungsberater für die englische Regierung entschloss er sich 1946, einen Ruf an die University of Pennsylvania/USA anzunehmen. Ein zehnbändiges Werk über die Geschichte der Stadtentwicklung hinterließ er bei seinem Tod 1968 unvollendet.