Mendelsohn, Erich
geb. 1887 Allenstein ( Ostpreussen ) – 1953 San Franzisco / USA gest.
Erich Mendelsohn fand schon früh durch seine Bauten, u.a. durch den Einstein-Turm in Potsdam große Beachtung. Der WOGA-Komplex mit dem Universum-Kino am oberen Kurfürstendamm – heute Haus der Schaubühne -, die Kaufhäuser in Nürnberg, Stuttgart, Breslau und Chemnitz sowie das Columbus-Haus am Potsdamer Platz, aber auch Wohnbauten wie das Haus Bejach und das Doppelhaus am Karolingerplatz trugen zu seinem internationalen Ruf bei. Gleichwohl blieben jüdische Auftragnehmer prägend für Mendelsohns Lebenswerk. Schon im April 1933, drei Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und sechs Monate vor seinem Ausschluss aus den Berufsverbänden, verließ Mendelsohn mit seiner Frau Deutschland und emigrierte – anders als seine Sympathie für den Zionismus dies nahelegte – zunächst nach England und ab 1939 nach Palästina. 1941 wanderte er in die USA aus. „Nachdem er sein Geburtsland und den Boden seiner Kindheitserinnerungen auf Nimmerwiedersehen verlassen musste, blieb er heimatlos für den Rest seines Lebens“ (Ita Heinze-Greenberg). Im Exil konnte Mendelsohn seine Karriere, anders als fast alle verfolgten jüdischen Architekten, nahtlos fortsetzen und starb 1953 – bis zum Schluss beruflich und akademisch voll aktiv.