Cohn, Ernst

geb. 1883 Wünnenberg / Westfalen – 1916 Frankreich gest.

Der Architekt Ernst Cohn, geboren am 11.4.1883 in Wünnenberg/Westfalen und gefallen am 21.3.1916 als Soldat in Frankreich, ist selbst für Fachleute ein unbekannter Name. Über ihn liegen nur wenige Informationen vor, er wirkte als selbständiger Architekt in Essen. Sein einziger heute bekannter Bau war die Synagoge in dem nordhessischen Kurort Bad Wildungen. Dieses 1914 eingeweihte, reich ausgestattete Bauwerk am Innenstadtrand, das architektonisch am Übergang zur Moderne stand, wurde beim Novemberprogrom 1938 durch Brandstiftung völlig zerstört und nach 1945 abgerissen. Ein Gedenkstein unterhalb des heute neu bebauten Grundstücks erinnert an die Synagoge und an die ehemalige jüdische Ortsgemeinde. 2013/14 wurde im Stadtmuseum Wildungen eine Ausstellung zur Erinnerung an die Synagoge gezeigt.

Wir danken Johannes Grötecke, Bad Wildungen, für die umfangreichen Hinweise und Materialien zu Ernst Cohn (s. auch Arbeitsgemeinschaft Synagoge Bad Wildungen, Ein Himmel voller Sterne – Synagoge Bad Wildungen – eine Spurensuche).