Gellhorn, Alfred
geb. 1885 Ohlau (Schlesien) – 1972 London gest.
Gellhorn wurde als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Nach dem Schulbesuch absolvierte er eine Ausbildung in Schlesien und studierte zwischen 1903 und 1908 Architektur an der Technischen Hochschule München, der Technischen Hochschule (Berlin-) Charlottenburg und der Technischen Hochschule Stuttgart. Nach einem Referendariat im öffentlichen Bauwesen legte er das 2. Staatsexamen ab und schied im Rang eines Regierungsbaumeisters aus dem Staatsdienst aus. Außerdem promovierte er mit einer 1918 veröffentlichten Dissertation über »Die Friedhofsanlagen Schlesiens« zum Doktor-Ingenieur (Dr.-Ing.).Gellhorn arbeitete zunächst in Breslau, dann in Halle an der Saale, wo er zusammen mit Martin Knauthe von 1922 bis 1926 eine Architektengemeinschaft bildete. Außerdem beschäftigte er sich mit Garten- und Innenarchitektur, wozu er auch Artikel in der Fachpresse veröffentlichte. 1927 kam Gellhorn nach Berlin, wo er zunächst gemeinsam mit Max Dungert und Paula Marie Canthal, anschließend mit Hans Wolff-Grohmann als freier Architekt tätig war. Obwohl Gellhorn bereits 1916 zum Protestantismus konvertiert war, musste er 1933 wegen der zunehmenden nationalsozialistischen Judenverfolgung ins Ausland fliehen, unter anderem nach Großbritannien, Kolumbien und Argentinien. Danach gelang es ihm nicht – weder im Ausland noch nach seiner zeitweiligen Rückkehr nach Deutschland 1954 –, größere Bauten zu realisieren. Gellhorn war Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA), im Deutschen Werkbund (DWB), im Reichsverband bildender Künstler und in der Gemeinschaft »Porza«.