TAG DES OFFENEN DENKMALS 2024

 

Die mit über 30 Teilnehmern gut besuchte Führung wurde von Claudia Marcy (Architektur) und Sebastian Klarhöfer (Biografie des Architekten Alexander Beer) durchgeführt. Das 1929/30 von der Jüdischen Gemeinde Berlin errichtete Gebäude wurde bis 1941 als Altersheim genutzt, dann wurden die noch verbliebenen Bewohner sowie das Pflegepersonal deportiert und die meisten von ihnen in Konzentrationslagern ermordet. Auch Alexander Beer wurde nach seiner Deportation 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Die Tochter Beate gelangte 1939 mit einem Kindertransport nach England und lebt heute in hohem Alter in Australien.

Das Altersheim wurde nach 1945 bis 1954 von der britischen Besatzungsmacht und dann nach Umbauten zunächst als Krankenhaus genutzt. Es gehört heute zum kommunalen Krankenhauskonzern Vivantes, wird als Pflegeheim für Senioren genutzt und befindet sich in einem sehr gepflegten Zustand. Herr Jakob Riedel, der für das Haus zuständige Leiter, nahm ebenfalls an der Führung teil.

Die Architektur des Hauses, das auf einem großen dreieckigen Grundstück an der Berkaer, Ecke Sulzaer Straße liegt, erinnert mit ihrer bandartig gegliederten Fassade an einen Schiffskörper. Die expressiv gestalteten Ziegelpartien unterstreichen den modernen Charakter, auch im Inneren sind viele originale Ausstattungsdetails erhalten. Neben dem Haupteingang befindet sich an der Fassade eine Gedenktafel für die ehemaligen Bewohner und den Architekten Beer, der Leiter des Bauamts der Jüdischen Gemeinde Berlin war und noch weitere Gebäude in Berlin entworfen hat.

Die Führung schloss auch einen Gang durch das Innere des Hauses ein und endete mit einem Vortrag von Sebastian Klarhöfer mit einem kleinen Empfang im ehemaligen Betsaal im 3. OG, der heute als Veranstaltungssaal genutzt wird.

 

 

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Frau Claudia Marcy erläutert  die Architektur

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Der  Architekt Sebastian Klarhöfer informiert über die Lebensgeschichte des Architekten Alexander Beer

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Im Innenhof, die Rückseite des Gebäudes

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Vortrag von Herrn Klarhöfer    Für die Nutzung des früheren Betsaals, sowie für Getränke und Süßigkeiten danken wir Herrn Riedel herzlich.

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Stolpersteine zur Erinnerung an die Verfolgung der Bewohner des Altersheims. Stellvertretend für alle Heimbewohner das Ehepaar Heymann. Laut Aussage von früheren Nachbarn sollen sich auch Einwohner durch Sturz aus der obersten Etage dem Abtransport in Konzentrationslager entzogen haben.

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Die Tochter von Alexander Beer, Frau Beate Hammett im April 2012 zu Besuch in Berlin.

Der Anlass war die Enthüllung einer Gedenktafel in Erinnerung an ihren Vater an der Jüdischen Mädchenschule in der Auguststr. 11-13