Der Abriss von Haus Kern – Architekt Bruno Ahrends

Skandalöse Unfähigkeit der Baubehörden

Der Abriss von Haus Kern, Beerenstraße 31 in Berlin-Zehlendorf
Architekt Bruno Ahrends

1926-1928 im Auftrag des Kaufmanns Werner Kern nach den Plänen des herausragenden Architekten Bruno Ahrends errichtet, überstand das Gebäude
glücklicherweise den 2.Weltkrieg und die abrisswütige Nachkriegszeit.

Erst spät, nämlich 2023, wurde es unter Denkmalschutz gestellt, nachdem bereits, nach etlichen Eigentümerwechseln, ein erheblicher Investitionsdruck auf dem Grundstück gelegen hat.
Ein großes Versäumnis der städtischen und kommunalen Denkmalpflege!
Hinweise zu dem Gebäude gab es seit den 70ziger Jahren in der einschlägigen Literatur zur Genüge.

Ende August 2025 wurde der Bau trotz lautstarker Proteste abgebrochen.

Bruno Ahrends ist 1878 in Berlin geboren und studierte in München und Berlin Architektur. In Berlin sind zahlreiche Wohnbauten, Ein- und Mehrfamilienhäuser, auch Siedlungen, nach seinen Entwürfen errichtet worden.
Obwohl unterschiedlich in ihrer Gestalt, einige im „Landhausstil“ ausgeführt, einige dem „Neuen Bauen“ verpflichtet, ist ihnen ihre ausgewogene Maßstäblichkeit und sorgfältige Detaillierung gemeinsam.

Bruno Ahrends floh 1936, zunächst nach Italien, dann nach England und schließlich nach Südafrika, wo er 1948 starb. Nie mehr wieder konnte er seine Architektentätigkeit aufnehmen.

Angesichts dieser Katastrophe ist es unverzeihlich, dass derartig rüde mit seinem hinterlassenen Werk umgegangen wurde.
Im Hinblick auf sein herausragendes architektonisches Talent ist der Abriss von Haus Kern ein Verlust für die gesamte Baugeschichte. Jeder seiner Bauten, die in Berlin der Zerstörung anheimfallen, sind auch für die Stadt ein irreparabler Verlust.

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